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Wochenpläne in der Schule und zu Hause
Montagmorgen: Die Klasse startet, doch mehrere Aufgaben stehen gleichzeitig im Raum. Eine Schülerin oder ein Schüler fragt wiederholt, was heute und morgen passiert.
Ein Wochenplan macht Anforderungen, Reihenfolge und freie Zeit sichtbar. Du gibst damit Orientierung, ohne jeden Schritt mündlich zu wiederholen.
Warum Wochenpläne neurodivergenten Schülerinnen und Schülern helfen können
Neurodivergenz beschreibt Unterschiede beim Wahrnehmen, Denken, Lernen und Verarbeiten der Umwelt. Diese Unterschiede zeigen sich bei jeder Schülerin und jedem Schüler anders.
Ein Wochenplan kann Übergänge entlasten und Arbeitsaufträge überschaubar machen. Er ist kein Beweis für eine bestimmte Eigenschaft und ersetzt keine fachliche Einschätzung.
Die NICE-Leitlinie nennt schriftliche Ergänzungen zu mündlichen Anweisungen als mögliche schulische Anpassung bei ADHS.[1]
Sie empfiehlt außerdem kürzere Arbeitsphasen und eingeplante Bewegungsunterbrechungen.[1]
Der Ansatz des Universal Design for Learning, kurz UDL, plant verschiedene Zugänge zum Lernen.[2]
Dazu gehören klare Ziele, Unterstützung bei der Planung und sichtbare Fortschritte.[2]
Was du konkret tun kannst
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Zeige die ganze Woche auf einer Seite
Nutze die Wochentage als Spalten. Trage Unterricht, Pausen, Termine und Abgaben ein.
Markiere feste Zeiten immer gleich. Dadurch ist schneller erkennbar, was bereits feststeht.
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Begrenze die Menge pro Tag
Plane wenige Kernaufgaben und kennzeichne Zusatzaufgaben deutlich. Zu viele Kästchen machen den Plan selbst zur Hürde.
Formuliere jeden Auftrag mit einem sichtbaren Ergebnis. Schreibe zum Beispiel: „Aufgabe 3 bis 5 bearbeiten.“
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Teile große Aufgaben in Schritte
Schreibe bei einem Referat zuerst „Thema auswählen“. Danach folgen „Informationen sammeln“, „Gliederung schreiben“ und „vortragen“.
So wird der nächste Schritt sichtbar. Die Schülerin oder der Schüler muss nicht die ganze Aufgabe gleichzeitig behalten.
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Plane Anfang, Pause und Ende
Ergänze bei längeren Aufgaben drei Felder: „Ich starte um“, „Ich mache eine Pause um“ und „Ich höre auf um“.
Eine Pause ist ein geplanter Teil der Arbeit. Sie ist keine Belohnung und keine Strafe.
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Nutze mehrere Darstellungen
Schreibe kurze Wörter und ergänze bei Bedarf Symbole. Lass die Schülerin oder den Schüler den Plan lesen, abhaken oder farblich markieren.
Manche Schülerinnen und Schüler arbeiten lieber mit einer Liste. Andere brauchen eine Zeitleiste oder einzelne Karten.
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Übertrage nur das Nötige nach Hause
Markiere Hausaufgaben mit einem einheitlichen Zeichen. Notiere außerdem Material und Abgabezeitpunkt.
Der Wochenplan bleibt in der Schultasche oder liegt digital bereit. So muss niemand Informationen aus mehreren Heften zusammensuchen.
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Prüfe den Plan gemeinsam
Frage am Montag: „Was ist diese Woche schon klar? Wo brauchst du eine kleinere Etappe?“
Prüfe am Freitag: „Was hat dir beim Start geholfen?“ Ändere nur einen Punkt, wenn du die Wirkung beobachten möchtest.
Stolpersteine
- Der Plan enthält alles: Nimm nur Informationen auf, die Entscheidungen oder Handlungen unterstützen.
- Aufgaben bleiben unklar: Ergänze ein Verb und ein sichtbares Ergebnis.
- Der Plan wird zur Kontrolle: Nutze ihn als Orientierung, nicht als Überwachung.
- Änderungen erscheinen plötzlich: Markiere Vertretung, Raumwechsel oder Terminverschiebung sichtbar.
- Das Ende fehlt: Schreibe eine Abgabe, einen Haken oder einen klaren Abschluss dazu.
- Eine Darstellung gilt für alle: Biete Liste, Tabelle oder Karten an, wenn es praktisch möglich ist.
- Du versprichst eine Wirkung: Prüfe gemeinsam, ob der Plan im Alltag wirklich entlastet.
Material: Vorschlag „Wochenplan zum Ausfüllen“
Das Blatt ist ein Vorschlag für die Primarstufe bis Sekundarstufe II. Die Vorbereitung dauert etwa fünf Minuten. Es passt auf eine A4-Seite im Querformat.
Oben steht der Titel „Mein Wochenplan“. Darunter stehen die Felder „Name oder Zeichen“, „Woche von“ und „bis“.
Der Hauptbereich enthält sieben Spalten: „Montag“, „Dienstag“, „Mittwoch“, „Donnerstag“, „Freitag“, „Samstag“ und „Sonntag“.
Unter jedem Wochentag stehen vier beschriftete Zeilen: „Das ist fest“, „Das erledige ich“, „Das brauche ich“ und „Das ist geschafft“.
Am linken Rand stehen die Hinweise „Start“, „Pause“ und „Ende“. Daneben bleiben Felder für Uhrzeit, Pausenidee und Abgabezeichen.
Unter der Tabelle steht der Abschnitt „Diese Woche wichtig“. Darunter bleiben drei freie Linien für Termine, Raumwechsel oder Material.
Danach folgt der Abschnitt „Wenn sich etwas ändert“. Darunter steht: „Ich streiche nichts heimlich. Ich markiere die Änderung und frage nach dem nächsten Schritt.“
Am unteren Rand stehen die Sätze „Ich darf Aufgaben in kleine Schritte teilen.“ und „Ich kann um Klarheit bitten.“
Daneben befinden sich zwei leere Kästchen für eigene Sätze.
Die Rückseite enthält vier Vorschläge mit den Überschriften „Aufgabe“, „Material“, „Pause“ und „Fertig“. Jede Karte bietet zwei Linien und ein Kästchen zum Abhaken.
Die Lehrkraft erklärt das Blatt kurz und lässt die Schülerin oder den Schüler die Darstellung mit auswählen. Das Blatt enthält keine Diagnose, keine Gesundheitsangabe und keine Bewertung.
Passende Themenseiten im Lernportal
Auf der Seite zu ADHS findest du Hinweise zu Struktur, Arbeitsphasen und schriftlichen Anweisungen.
Die Seite zu Autismus ergänzt Perspektiven auf Übergänge, Vorhersagbarkeit und unterschiedliche Kommunikation.
Bei Reizbelastung passt die Seite zu sensorischer Überempfindlichkeit. Für auditive Verarbeitung findest du Hinweise auf auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS/APD).
Auch die Seiten zu Dyskalkulie und Dyspraxie und DCD können bei der Aufgabenplanung relevant sein.
Quellen
- NICE: Attention deficit hyperactivity disorder, Recommendations, Empfehlungen zu Umweltanpassungen, schriftlichen Anweisungen und Bewegungsunterbrechungen, abgerufen am 14.10.2026.
- CAST: Universal Design for Learning Guidelines 3.0, Hinweise zu Zielsetzung, Planung, Ressourcen und Fortschrittsbeobachtung, veröffentlicht 30.07.2024, abgerufen am 14.10.2026.
