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Wenn Schülerinnen und Schüler fertig sind: die Liste gegen Langeweile
Die Klasse arbeitet. Eine Schülerin oder ein Schüler legt den Stift hin und schaut durch den Raum.
Du bist noch bei den anderen Schülerinnen und Schülern. Jetzt beginnt die Wartezeit für diese Schülerin oder diesen Schüler.
Warum eine fertige Liste helfen kann
Neurodivergenz beschreibt Unterschiede beim Wahrnehmen, Denken, Lernen und Verarbeiten der Umwelt.
Diese Unterschiede zeigen sich bei jeder Schülerin und jedem Schüler anders. Manche Schülerinnen und Schüler verlieren nach dem Arbeitsende schnell die Orientierung.
Eine sichtbare Liste macht den nächsten Schritt planbar. Sie kann dadurch Leerlauf, Nachfragen und unnötige Unterbrechungen verringern.
Die CDC beschreibt Organisationstraining als schulische Unterstützung bei ADHS. Dazu gehören Zeitplanung, Planung und Ordnung von Materialien.[1]
Eine Fortbildung des englischen Bildungsministeriums für Berufsanfänger nennt visuelle Hilfen, klare Schlüsselwörter und kleine Arbeitsschritte.[2]
Die Liste ist keine Lösung für jede Schülerin und jeden Schüler. Du prüfst gemeinsam, welche Aufgaben zugänglich und sinnvoll sind.
Was du konkret tun kannst
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Erkläre die Liste vor der ersten Nutzung
Zeige der Klasse, was nach einer fertigen Aufgabe passiert. Übe den Ablauf ohne Zeitdruck.
Beispiel: „Prüfe zuerst deine Aufgabe. Wähle danach einen Punkt von der Liste.“
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Lege wenige Tätigkeiten fest
Starte mit fünf bis sieben Möglichkeiten. Jede Tätigkeit braucht ein sichtbares Ergebnis.
Passende Beispiele sind Lesen, Zeichnen, Sortieren, Üben oder leises Planen.
Schreibe nicht einfach „Beschäftige dich“. Dieser Auftrag lässt zu viele Fragen offen.
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Trenne Pflicht und freie Wahl
Setze eine kurze Prüfroutine an den Anfang. Danach darf die Schülerin oder der Schüler eine Tätigkeit wählen.
Die Routine kann lauten: Auftrag prüfen, Namen eintragen, Material zurücklegen.
So wird die Liste nicht zum Ersatz für sorgfältiges Arbeiten.
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Gib Tätigkeiten mit unterschiedlicher Anforderung
Manche Schülerinnen und Schüler brauchen vielleicht Ruhe. Andere möchten weiterdenken oder sich bewegen.
Biete deshalb leises Lesen, eine Knobelaufgabe und eine kurze Ordnungsaufgabe an.
Eine weitere Möglichkeit ist das Zeichnen zum aktuellen Sachthema.
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Mach Anfang und Ende sichtbar
Schreibe bei jeder Tätigkeit den ersten Schritt und das Ende dazu.
Beispiel: „Lies zwei Seiten. Lege das Buch danach in das Fach.“
Die Schülerinnen und Schüler können dann leichter selbstständig beginnen und aufhören.
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Besprich die Liste kurz
Frage nach einigen Tagen: „Was konntest du gut starten?“
Frage auch: „Welche Aufgabe war zu leicht, zu schwer oder zu unklar?“
Ändere nur einen Punkt. So erkennst du eher, was im Alltag passt.
Stolpersteine
- Die Liste wird zur Strafaufgabe: Formuliere Tätigkeiten neutral und interessant.
- Alle müssen dasselbe tun: Biete verschiedene Zugänge und Anforderungsniveaus an.
- Die Liste ist zu lang: Streiche Punkte, die selten genutzt werden.
- Die Schülerin oder der Schüler arbeitet hastig: Nutze zuerst die kurze Prüfroutine.
- Die Aufgabe bleibt offen: Ergänze immer einen Start und einen Abschluss.
- Die Tätigkeit stört andere: Kennzeichne leise Aufgaben und kläre den Arbeitsplatz.
- Du erwartest eine bestimmte Wirkung: Beobachte nur, ob der nächste Schritt leichter wird.
Material: Vorschlag „Wenn ich fertig bin“
Das Blatt ist ein Vorschlag für die Primarstufe und die Sekundarstufe I. Die Vorbereitung dauert etwa fünf Minuten. Es passt auf eine A4-Seite im Hochformat.
Oben steht der Titel „Wenn ich fertig bin“. Darunter stehen die Felder „Name oder Zeichen“, „Datum“ und „Fach“.
Danach folgt der Abschnitt „Zuerst prüfe ich“. Darunter stehen drei Kästchen mit diesen Texten:
- „Ich habe den Auftrag gelesen.“
- „Ich habe meine Aufgabe geprüft.“
- „Ich habe mein Material zurückgelegt.“
Darunter steht der Abschnitt „Dann wähle ich eine Tätigkeit“. Er enthält sieben Kästchen:
- „Ich lese leise zwei Seiten.“
- „Ich zeichne etwas zum Thema.“
- „Ich übe fünf Wörter oder Aufgaben.“
- „Ich löse eine Knobelaufgabe.“
- „Ich sortiere mein Fach.“
- „Ich plane den nächsten Arbeitsschritt.“
- „Ich frage nach einer weiteren passenden Aufgabe.“
Unter jedem Kästchen bleibt eine kurze Zeile für eine eigene Tätigkeit frei.
Am unteren Rand steht der Abschnitt „So weiß ich, wann ich aufhöre“. Darunter stehen drei Auswahlfelder:
- „Ich arbeite bis zum Signal.“
- „Ich arbeite bis zur angegebenen Seite.“
- „Ich lege das Material danach zurück.“
Ganz unten steht: „Fertig sein heißt nicht warten müssen. Du wählst den nächsten passenden Schritt.“
Die Lehrkraft erklärt das Blatt gemeinsam mit der Klasse. Es enthält keine Namen, Diagnosen oder Gesundheitsangaben.
Passende Themenseiten im Lernportal
Nutze diese Liste nur in Klassen, die bereits mit den passenden Themenseiten arbeiten.
Auf der Seite zu ADHS findest du Hinweise zu Organisation, Arbeitsaufträgen und Übergängen.
Die Seite zu Autismus ergänzt Perspektiven auf Vorhersagbarkeit, Routinen und unterschiedliche Kommunikation.
Bei Reizbelastung passt die Seite zu sensorischer Überempfindlichkeit.
Für auditive Verarbeitung findest du Hinweise auf auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS/APD). Bei Rechenaufgaben passt Dyskalkulie.
Quellen
- Centers for Disease Control and Prevention: ADHD in the Classroom, abgerufen am 14.10.2026.
- Department for Education: Theory: working with the SENCO, abgerufen am 14.10.2026.
