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Hausaufgaben mit Ablaufkarten organisieren
Die Hausaufgabe steht an der Tafel. Trotzdem fragt eine Schülerin oder ein Schüler: „Was muss ich jetzt zuerst machen?“
Du teilst den Auftrag mit der Klasse. Zu Hause fehlt dann oft der nächste sichtbare Schritt.
Warum Ablaufkarten neurodivergenten Schülerinnen und Schülern helfen können
Neurodivergenz beschreibt Unterschiede beim Wahrnehmen, Denken, Lernen und Verarbeiten der Umwelt.
Diese Unterschiede zeigen sich bei jeder Schülerin und jedem Schüler anders. Eine klare Reihenfolge kann Anforderungen überschaubar machen.
Organisationshilfen unterstützen Zeitplanung, Materialordnung und das Behalten von Aufgaben.[1]
Das Universal Design for Learning, kurz UDL, plant verschiedene Zugänge zu Lernaufgaben.
UDL empfiehlt unter anderem Checklisten, grafische Ordnungen und Hilfen für strategisches Handeln.[3]
Visuelle Pläne können Übergänge verständlicher machen. Sie müssen zur Schülerin oder zum Schüler und zur Aufgabe passen.[4]
Ablaufkarten ersetzen keine individuelle Absprache. Sie versprechen keine bestimmte Wirkung.
Was du konkret tun kannst
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Formuliere ein sichtbares Ende
Schreibe zuerst auf, woran du die fertige Hausaufgabe erkennst.
Beispiel: „Die fünf Rechenaufgaben sind bearbeitet und im Hausaufgabenheft abgehakt.“
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Teile den Auftrag in kleine Schritte
Nutze höchstens fünf Karten für eine kurze Hausaufgabe.
Ein möglicher Ablauf lautet: „Aufgabe lesen“, „Material holen“, „bearbeiten“, „prüfen“, „einpacken“.
Jede Karte enthält ein Verb und ein konkretes Ergebnis.
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Starte mit dem Auftrag, nicht mit dem Material
Die erste Karte erinnert an den Inhalt der Aufgabe.
Die zweite Karte nennt nur das benötigte Material.
So werden nicht mehrere Hefte geöffnet, bevor der Auftrag verstanden ist.
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Zeige eine Karte nach der anderen
Lege die Karten von links nach rechts oder von oben nach unten.
Die Schülerin oder der Schüler dreht eine Karte um oder legt sie in ein Fertig-Feld.
Bei langen Aufgaben bleibt nur der aktuelle Schritt sichtbar.
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Plane eine kurze Prüfroutine ein
Nutze eine eigene Karte mit drei Fragen.
„Habe ich alle Teile bearbeitet?“ „Ist mein Name darauf?“ „Wohin lege ich es?“
Bei Klassenarbeiten oder besonderen Vorgaben ergänzt du die passende Fachroutine.
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Klär das Ende und den Übergang
Die letzte Karte nennt den Abgabeort und den nächsten Schritt.
Beispiel: „Heft in die blaue Mappe legen. Danach Tasche packen.“
Ein klares Ende verhindert, dass die Aufgabe ohne Abschluss liegen bleibt.
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Teste die Karten mit der Klasse
Erkläre den Ablauf an einer gemeinsamen Beispielaufgabe.
Frage danach: „Welche Karte macht den nächsten Schritt klarer?“
Ändere nur eine Karte. Prüfe anschließend, ob die Aufgabe leichter zugänglich ist.
Stolpersteine
- Zu viele Karten: Fasse Schritte zusammen, die immer gemeinsam passieren.
- Unklare Verben: Ersetze „Hausaufgabe machen“ durch eine sichtbare Handlung.
- Ein Ablauf für alle: Lass Karten je nach Aufgabe ergänzen oder weglassen.
- Die Karten werden zur Kontrolle: Nutze sie als Orientierung, nicht als Bewertung.
- Der Übergang fehlt: Ergänze immer Abgabeort und nächsten Schritt.
- Die Karten wirken kindlich: Verwende klare Wörter und ein ruhiges, schlichtes Design.
- Eine Karte passt nicht: Frage nach der Hürde, statt die Schülerin oder den Schüler zu etikettieren.
Material: Vorschlag „Ablaufkarten für Hausaufgaben“
Das Material ist ein Vorschlag für die Primarstufe und die Sekundarstufe I. Die Vorbereitung dauert etwa fünf Minuten.
Die Druckseite ist eine A4-Seite im Hochformat. Sie enthält acht gleich große Karten zum Ausschneiden.
Oben steht der Titel „Ablaufkarten für Hausaufgaben“. Darunter stehen die Felder „Fach“, „Datum“ und „Dauer“.
Jede Karte hat eine fortlaufende Nummer, eine Überschrift und zwei kurze Zeilen.
Karte 1 trägt die Überschrift „1. Auftrag lesen“. Darunter steht: „Was soll ich tun?“
Karte 2 trägt die Überschrift „2. Material holen“. Darunter steht: „Ich brauche: __________“
Karte 3 trägt die Überschrift „3. Start markieren“. Darunter steht: „Ich beginne bei: __________“
Karte 4 trägt die Überschrift „4. Schritt bearbeiten“. Darunter stehen zwei freie Linien für den konkreten Teilauftrag.
Karte 5 trägt die Überschrift „5. Pause prüfen“. Darunter steht: „Ich mache eine kurze Pause, wenn sie vereinbart ist.“
Karte 6 trägt die Überschrift „6. Ergebnis prüfen“. Darunter stehen die Fragen „Alles bearbeitet?“ und „Name notiert?“
Karte 7 trägt die Überschrift „7. Abgeben“. Darunter steht: „Ich lege die Aufgabe hier ab: __________“
Karte 8 trägt die Überschrift „8. Nächster Schritt“. Darunter steht: „Danach: __________“
Unter den Karten stehen zwei beschriftete Felder: „Heute brauche ich weniger Schritte“ und „Heute brauche ich eine zusätzliche Karte“.
Die Rückseite enthält ein großes Fertig-Feld. Darin steht: „Fertig. Ich prüfe den Abgabeort und packe mein Material ein.“
Die Karten tragen keine Namen, Diagnosen, Gesundheitsangaben oder Bewertungen.
Du erklärst den Ablauf zuerst an einer gemeinsamen Aufgabe. Danach wählen die Schülerinnen und Schüler passende Karten für ihren Auftrag.
Passende Themenseiten im Lernportal
Nutze die Karten nur in Klassen, die bereits mit den passenden Themenseiten arbeiten.
Auf der Seite zu ADHS findest du Hinweise zu Organisation und Arbeitsaufträgen.
Die Seite zu Autismus ergänzt Perspektiven auf Routinen, Übergänge und Vorhersagbarkeit.
Bei Reizbelastung passt die Seite zu sensorischer Überempfindlichkeit.
Für auditive Verarbeitung findest du Hinweise auf auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS/APD).
Bei Rechenaufgaben können die Seiten zu Dyskalkulie und Dyspraxie und DCD ergänzen.
Quellen
- Centers for Disease Control and Prevention: ADHD in the Classroom, Organisationshilfen und Hausaufgabenordner, abgerufen am 14.10.2026.
- NICE: Attention deficit hyperactivity disorder, Recommendations, schriftliche Anweisungen und Anpassungen im Bildungsumfeld, abgerufen am 14.10.2026.
- CAST: UDL Guidelines, Organize information and resources, grafische Ordnungen, Checklisten und organisatorische Hilfen, abgerufen am 14.10.2026.
- National Autistic Society: How personalised plans can support students waiting for a diagnosis at school, visuelle Pläne und Anpassung an individuelle Bedürfnisse, veröffentlicht 27.06.2025, abgerufen am 14.10.2026.
